Depeering-Stunt mit desaströsem Ergebnis

Über die Peering-Politik der Telekom und die daraus entstehenden Nachteile für Kunden haben ich und andere schon oft genug gerantet, das muss ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Bisher lies der Bonner Konzern seine Auslandsbeteiligungen aber wenigstens an der langen Leine laufen: Sie durften offener peeren als der Mutterkonzern, mussten aber (auch) Transit bei der Mutter (direkt oder indirekt) beziehen. Im Fall von T-Mobile US wird sogar nicht mal Transit bei der Mutter bezogen. Bei der niederländischen Tochter T-Mobile Thuis (Ende 2016 von Vodafone übernommen) hat man nun die kurze Leine ausprobiert… und sich bei dem Stunt kräftig ins eigene Bein geschossen.

Der Reihe nach

Am 16.10. um 23:10 hat AS50266 (T-Mobile Huis) das AS3320 (DTAG) als Transit, zusätzlich zum bisherigen AS1273 (Vodafone International), aufgeschaltet.

In der Nacht von 24.10 auf 25.10. hat AS50266 dann die bisherigen Peerings am AMS-IX und NL-IX mit über 90 anderen Netzen gekappt.

Die Auswirkungen waren erwartungsgemäß katastrophal, so dass man sich nach wenigen Tagen wieder zur Rolle rückwärts entschloß.

In der Nacht von 29.10. auf 30.10. wurden viele der Peerings am AMS-IX und NL-IX wieder reaktiviert, wobei man noch nicht auf das vorherige Niveau zurückkehren konnte. Der eine oder andere ehemalige Peer hat nach dieser Aktion nun möglicherweise keine Lust mehr.

Seit dem 31.10. 02:30 ist sogar der Transit via AS3320 wieder deaktiviert und AS1273 ist wieder der einzige Transit.

Ergebnis

Geplant war die Aktion höchstwahrscheinlich, um dem Mutterkonzern über dessen Peering-Politik zusätzliche Einnahmen zu bescheren. So wie es aussieht, kommt nun aber effektiv etwas anderes dabei heraus.

Bei den Kunden hat T-Mobile NL viel Vertrauen eingebüst, denn dort war man niedrige Latenzen und regionalen Austausch gewohnt – Dinge, die der deutsche Telekom-Kunde kaum kennt. Der Vertrauensverlust wird sich auch in einer Kündigungswelle spürbar machen.

Die Telekom-Regulierer werden durch den Vorfall zukünftig genauer auf das Thema Interkonnektion schauen. Im Fall der Übernahme einiger europäischen Liberty Global Kabelnetze durch Vodafone haben sie das bereits praktiziert und eine Selbstverpflichtung zu mindestens drei nicht ausgelasteter Transit-Wege gefordert.

Finanziell profitiert nun erstmal Vodafone International von der Aktion: Der Transitverkehr bleibt erstmal weiterhin in deren AS1273 und nimmt sogar zeitweilig leicht zu, weil es nicht gelingen dürfte wirklich alle Peerings kurzfristig wiederherzustellen.

Ich hoffe, man hat in Bonn eine Lektion gelernt… glaube aber nicht wirklich daran.

PS: Einen guten Blogpost von einem Branchenkenner zu dem Thema gibt es auch hier.

Google Nexus 5X: LTE Band 1 im Telefonica Netz aktivieren

Vor ca. einem Jahr, als Telefonica begonnen hatte, LTE auf Band 1 auszurollen, ist mir aufgefallen, dass mein damaliges Smartphone, das Google Nexus 5X, die Nutzung von LTE in dem 2100 MHz Frequenzbereich im Telefonica Netz verweigerte, im Vodafone Netz jedoch keine Probleme damit hatte.

Supportanfragen brachten nichts hilfreiches außer der Empfehlung einen Factory-Reset zu versuchen. Recherchen waren ebenfalls ergebnislos, scheinbar war ich bis dahin der einzige, der sich an diesem Problem störte.

Monate später – ich war zwischenzeitlich für den Tagesbetrieb auf ein anderes Smartphone umgestiegen – bin ich durch Zufall auf den Blog-Post Enable B28 (700Mhz) Band on Nexus 5X-phone gestoßen, in dem erläutert wird, wie man LTE Band 28 für alle Regionen freischaltet. Durch die Ähnlichkeit zu meinem Problem mit LTE Band 1 wurde ich neugierig und führte die beschriebene Prozedur durch, um die Datei carrier_policy.xml aus der Qualcomm-Modem-Konfiguration auszulesen.

Tatsächlich findet sich in dieser Datei die Ursache dafür, dass das Gerät im Telefonica Netz LTE Band 1 ignoriert:

In Zeile 15 wird das Netz „Eplus_Debitel_home“ mit dem Netzcode 262-03, der nach der Übernahme von E-Plus nun von Telefonica benutzt wird, definiert.

      <!-- Define E+ and Debitel -->
<plmn_list name="Eplus_Debitel_home"> 262-03 </plmn_list>

In den Zeilen 77ff. wird eine Bandliste „Eplus_Debitel_rf_bands“ definiert mit den LTE-Bändern 3, 7, 20 und 28 (die Angabe erfolgt dabei wohl als Index um eins versetzt, d.h. 2 für Band 3, 6 für Band 7, 19 für Band 20, 27 für Band 28).

      <!-- E+ and Debitel RF bands list -->
<rf_band_list name="Eplus_Debitel_rf_bands">
  <gw_bands base="none">
<include>7 8 9 19 21 22 23 25 26 49</include>
</gw_bands>
<lte_bands base="none">
  <include>2 6 19 27</include>
</lte_bands>
<tds_bands base="hardware" />
</rf_band_list>

In Zeile 187 wird dann dem Netz „Eplus_Debitel_home“ die Bandliste „Eplus_Debitel_rf_bands“ zugewiesen.

  <!-- RULE #3 -->
<!-- Eplus or Debitel -->
<rule precond="SS">
<conditions>
<serving_plmn_in list="Eplus_Debitel_home" />
</conditions>
<actions>
<rf_bands subs="1" list="Eplus_Debitel_rf_bands" />
<svc_mode>full</svc_mode>
</actions>
</rule>

Die Lösung ist also in Zeile 82 zusätzlich die „0“ (für Band 1) in die Liste der LTE-Bänder aufzunehmen:

      <!-- E+ and Debitel RF bands list -->
  <rf_band_list name="Eplus_Debitel_rf_bands">
  <gw_bands base="none">
<include>7 8 9 19 21 22 23 25 26 49</include>
</gw_bands>
<lte_bands base="none">
  <include>0 2 6 19 27</include>
</lte_bands>
<tds_bands base="hardware" />
</rf_band_list>

Danach muss die geänderte Datei mit QPST wieder auf das Gerät überspielt werden. Nach einem Neustart sollte das Nexus 5X dann auch im Telefonica Netz das LTE Band 1 nutzen können.

Chronologie des Telefonica-Mobilfunknetzumbaus – 2018

Im vorherigen Beitrag zu diesem Thema habe ich meine Wahrnehmung des Netzumbaus im Jahren 2017 dokumentiert.

Januar 2018: weitere UMTS-Konsolidierungen

In der ersten Januarwoche sorgt die Winterpause noch für wenig Tätigkeit im Netz, in den Folgewochen liegt der Focus auf weiteren UMTS-Konsolidierungen, erkennbar an der Umstellung von der Prä-Konsolidierungs-LAC 5150x auf die konsolidierte LAC 5503x:

  • Kirchseeon, in der Ahornstraße
  • Grassbrunn, an der A8
  • Haar. Von-Braunmühl-Straße
  • Gronsdorf, Wasserburger Landstraße
  • Gronsdorf, am Lüßl
  • Trudering, Bognerhofweg (erst im September in der alten O2-LAC gestartet)

September 2018: 256-QAM und LTE 2100

Im September 2018 werden in und um München die ersten LTE Sender mit der Modulationsart 256-QAM gesichtet, wodurch sich bei idealen Bedingungen die Downstream-Datenrate bei einem 10 MHz breiten Träger auf etwa 100 MBit/s erhöht.

Im gleichen Monat wird mit dem Roll-Out von LTE 2100 begonnen, nachdem in München an der Leonrodstraße bereits seit einiger Zeit ein Testsender läuft. Die regulären Sender sind zuerst vor allem im Großraum Stuttgart sichtbar, danach folgen Karlsruhe und München.

LTE 2100 wird bisher nur im Huawei-Gebiet auf den unteren beiden ehemaligen E-Plus-UMTS-Trägern betrieben, sofern alle alten E-Plus-UMTS-Sender in der Region bereits außer Betrieb sind.

November/Dezember 2018: Konsolidierung in Kirchseeon am Hirtenweg

In meinem Nachbarort Kirchseeon am Hirtenweg hat sich während der Konsolidierung hartnäckig ein letzter E-Plus-UMTS-Sender gehalten. Sein GSM-Teil wurde im Herbst 2016 im Rahmen der „grünen Abschaltwelle“ deaktiviert, gibt es doch auf dem selben Dach einen O2-GSM-Sender.

Für den Dezember 2018 ist nun endlich die Konsolidierung des Standorts mit gleichzeitigem Ausbau auf LTE 800 geplant (leider aber auch mit Rückbau des bisher Richtung Forst gerichteten Sektors). Als Vorbot geht im November der alte E-Plus-UMTS-Sender außer Betrieb. Der Umbau des Senders erfolgt wie geplant im Dezember, allerdings handelt es sich um einen Messstandort, d.h. nach dem Umbau darf nur GSM innerhalb der alten Standortbescheinigung in Betrieb gehen. Erst nach manueller Messung der Strahlungswerte vor Ort und Erteilung der Standortbescheinung (letzteres kann Wochen dauern) darf der Sender dann in seiner endgültigen Konfiguration in Betrieb gehen.

Im Laufe des Jahres über 3.500 neue LTE-Standorte

Am Ende des Jahres zählen die Teilnehmer im Telefon-Treff-Forum knapp über 3.500 komplett neue LTE-Standorte (d.h. Aufrüstungen bestehender Standorte mit weiteren Frequenzen wurden nicht gezählt) von Telefonica im Jahr 2018. Damit wurde die in einer Präsentation im Vorjahr angekündigte Anzahl erreicht.

Bleibt zu hoffen, dass nach dem Rückgang des Konsolidierungsaufwand im Jahr 2019 deutlich mehr Ressourcen für noch engagierteren LTE-Ausbau zur Verfügung stehen.

To be continued…

Weitere Schritte des Netzumbaus werde ich hier ergänzen.

LTE-Ausbau-Rennen: Lautes Gehen und leises Laufen

Bis zum 01.01.2020 müssen die drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber stattliche Ausbauziele bei der LTE-Abdeckung erreichen: Bundesweit müssen mindestens 98% der Bevölkerung erreicht werden und je Bundesland mindestens 97%. Durchgehend abgedeckt sein müssen die Autobahnen und Fernverkehrsbahnstrecken.

Passend dazu hat Vodafone eine Pressemitteilung veröffentlicht, wonach im Schnitt alle 6 Stunden ein weiterer LTE-Sender in Betrieb geht. Von den anderen Netzbetreibern sind mir solche Zahlen bisher nicht bekannt, allerdings sammeln Nutzer des Telefon-Treff-Forums wöchentlich eine Liste neu aktivierter Telefonica-LTE-Sender. In der vergangenen Woche enthielt die Liste 76 neue LTE-Sender, das macht im Schnitt alle 2 Stunden einen neuen Sender und damit eine deutlich höhere „Schlagzahl“ als Vodafone zu bieten hat.

Während Vodafone also laut über einen Spaziergang berichtet, konzentriert sich Telefonica leise auf den Marathon und reduziert den LTE-Rückstand jede Woche. Trotzdem bleibt noch eine gute Wegstrecke zurückzulegen, damit die vorgegebenen Ausbauziele erreicht werden können und auch Bewohner ländlicher Regionen in den genuß von schnellem mobilem Internet kommen.

Chronologie des Telefonica-Mobilfunknetzumbaus – 2017

Im vorherigen Beitrag zu diesem Thema habe ich meine Wahrnehmung des Netzumbaus in den Jahren 2015 und 2016 dokumentiert.

Januar bis April 2017: Recoloring im Netzgebiet Nord-Ost

Telefonica beginnt mit der Umschaltung des Netzcodes in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Februar 2017: LTE-Recoloring im Netzgebiet Süd

Während die Netzcodes von GSM und UMTS bereits im November 2016 auf 262-03 vereinheitlicht wurden, läuft LTE bisher bundesweit mit dem Netzcode 262-07. Im Februar 2017 wird auch der LTE Netzcode im Netzgebiet Süd (Baden Württemberg und Bayern ohne Unterfranken) auf 262-03 umgeschaltet.

Das bisherige E-Plus AS 12638 bezieht seit dem 2. Februar Transit vom Telefonica Deutschland AS 6805.

März 2017: LTE 1800 in der U-Bahn München

Ende März nehmen alle drei Mobilfunknetzbetreiber in der Münchner U-Bahn ihre gemeinsam aufgebauten LTE 1800 Netze in Betrieb.

Ab April 2017: Recoloring im Netzgebiet West

Telefonica beginnt mit der Umschaltung des Netzcodes in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Unterfranken.

Mitte Mai 2017: GSM in Ebersberg wird wieder brauchbar

Bei einem routinemäßigen Test stelle ich plötzlich GSM-Vollausschlag fest, die LAC ist 53053 (d.h. ein konsolidierter Standort). Bei einer Erkundung stellt sich heraus, dass der bisherige Standort in Eberberg erweitert wurde um die GSM-Sektoren 12376, 32376 und 52376. Vermutlich hat man also beim ersten Konsolidierungsschritt im Oktober doch nur GSM 1800 umgebaut und nun endlich auch GSM 900 ergänzt. Aus meiner Sicht könnte man auch ganz auf GSM 1800 verzichten und die Frequenzen als Kapazitätserweiterung für LTE 1800 nutzen…

Juni 2017: Langsames Recoloring in den Netzgebieten West und Nord-Ost

Das Recoloring in den Netzgebieten West und Nord-Ost wird allem Anschein nach deutlich langsamer durchgeführt als das vergleichsweise schnelle Recoloring im Süden, wo innerhalb von 2 bis 3 Wochen alle Sender umgestellt waren.
Noch im Juni sind die Netzgebiete West und Nord-Ost nicht vollständig umgestellt. Im 1&1 Kundenforum wird am die LTE-Umstellung in Herborn am 26.6. gemeldet, im Telefon-Treff-Forum wird das Recoloring in Leipzig am 28.6. gemeldet.

Juli 2017: Recoloring im Netzgebiet Nord-Ost vollendet

Laut einem Teltarif-Beitrag ist das Recoloring im Netzgebiet Nord-Ost mittlerweile vollendet.

Das bisherige E-Plus AS 12638, das seit Oktober nicht mehr für die mobilen Internetzugänge genutzt wird, hat am 9. Juli die Verbindung zu seinen bisherigen Transit-Providern KPN (AS 286) und GTT (AS 3257) gekappt und bezieht nun nur noch über Telefonica Deutschland Transit.

August 2017: Recoloring insgesamt vollendet

Ein Teltarif-Beitrag vom 3.8. sowei ein Telefonica-Blog-Beitrag vom 10.8. berichten nun auch von der Vollendung des Recolorings im Netzgebiet West. Gleichzeitig soll auch das LTE-Netz nun vollständig für ehemalige E-Plus-SIM-Karten freigegeben worden sein.

September 2017: Wieder mehr Aus- und Umbauaktivitäten in Südostbayern spürbar

Nachdem Telefonica sich in den letzten Monaten auf das Recoloring in den anderen Netzgebieten konzentriert hat, werden nun wieder mehr Aus- und Umbauaktivitäten im Münchner Osten spürbar: In der Bognerhofstraße in Trudering, nur wenige hundert Meter vom Standort gegenüber des Bahnhofs geht ein LTE 800 Sender in Betrieb, um eine kleine LTE-Indoor-Lücke zu füllen. In der Ahornstraße in Kirchseeon, auf dem Telekom-Turm, wird zusätzlich zu LTE 800 auch LTE 1800 in Betrieb genommen. Außerdem werden dort zwei zusätzliche UMTS Träger aufgeschaltet, im Ausgleich wird das alte E-Plus-UMTS am gleichen Standort endgültig in den Ruhestand geschickt. Auch bei Wasserburg und in Rosenheim fallen mir an einigen Sendern zusätzliche UMTS Träger auf. In meinem Wohnort Ebersberg wird GSM 1800, dass seit Mai parallel zu GSM 900 betrieben wird, endlich außer Betrieb.

Oktober 2017: LTE, UMTS und GSM im Ebersberger Gewerbegebiet

In der KW 42 geht in Ebersberger Gewerbegebiet, Anzinger Str. 7, ein seit Monaten aufgebauter Sender endlich mit LTE 800, zwei Trägern UMTS 2100 und GSM 900 in Betrieb. Die Funklöcher im Ebersberger Forst vermag er nicht vollständig zu schließen aber sie werden für Nutzer der Telefonica-Netzes zumindest deutlich kleiner.

November 2017: LTE 800 und 1800 in Grafing, UMTS-Konsolidierung in Vaterstetten

Schon Anfang November folgt der nächste lang erwartete Ausbauschritt in meiner Region: Der ebenfalls seit langem montierte LTE-Sender auf dem ehemaligen Baywa-Lagerhaus in Grafing geht in Betrieb und bietet nun LTE 800 und LTE 1800 zusätzlich zu den vier Trägern UMTS 2100 und dem GSM 900, die im Rahmen der Konsolidierung im Herbst 2016 aufgeschaltet wurden.

Mit den Sendern bei Eisendorf und an der Kläranlage gab es zwar schon zwei LTE 800 Sender auf Grafinger Gebiet, die Versorgung der Stadt selbst wurde jedoch erst mit dem zentralen Sender auf ein brauchbares Niveau gebracht.

Ebenfalls im November wird das UMTS vom Vaterstettener Sender in der Bahnhofstraße von der bisherigen O2-LAC 51509 auf die konsolidierte Telefonica-LAC 55036 umgestellt.

Dezember 2017: mehr LTE in Zorneding, weitere UMTS-Konsolidierungen

Anfang Dezember wird dann auch schon LTE 800 am Zornedinger Sportplatz aktiviert. Der Ort hat zwar bereits einen Sender mit LTE 800 und LTE 1800 am Gewerbegebiet mit Abdeckung des Bahnhofs, der neue Sender dürfte aber die Versorgung des südlichen Ortsgebiets und der B304 verbessern.

Ebenfalls im Dezember werden die UMTS-Sender in Zorneding am Gewerbegebiet und in Baldham an der Wasserburger Landstraße auf die konsolidierte Telefonica-LAC 55036 umgestellt.

To be continued…

Im nächsten Beitrag zu diesem Thema habe ich meine Wahrnehmung des Netzumbaus im Jahre 2018 dokumentiert.

Chronologie des Telefonica-Mobilfunknetzumbaus – 2015 und 2016

Passend zum Beitrag Mobilfunknetzumbau bei Telefonica stelle ich hier eine kleine Chronologie des Telefonica-Mobilfunknetzumbaus aus den öffentlich bekannten Daten aber auch meinen Beobachtungen zusammen.

Januar bis Mai 2015: National Roaming zwischen E-Plus und O2 für UMTS

Telefonica startet im Januar mit dem National Roaming für UMTS in einigen Testregionen. Im März folgen weitere Gebiete. Die bundesweite Freischaltung erfolgt von Ende März bis Mai und soll 90 Prozent der Bevölkerung erreichen.

Oktober 2015: Konsolidierung in ersten Testregionen

Telefonica testet in Wriezen und Frankfurt/Oder Konsolidierungsmaßnahmen.

Februar bis Mai 2016: National Roaming zwischen E-Plus und O2 für GSM

Telefonica startet im Februar mit dem National Roaming für GSM in einigen Testregionen und gibt bekannt, dass das konsolidierte Netz die Netzkennung des bisherigen E-Plus Netzes (262-03) erhalten soll. Im Mai wird das gegenseitige Roaming vollendet.

März bis Juni 2016: O2 LTE wird teilweise für E-Plus freigeschaltet

Telefonica gibt das O2 LTE Netz, dass 75 Prozent der Bevölkerung erreiche, in Testregionen für E-Plus Nutzer frei. Bis Juni folgen weitere Regionen. Im Gegensatz zu GSM und UMTS ist eine Freigabe des E-Plus LTE Netzes nicht mehr geplant. Ebenso wird des O2 LTE Netz vorerst nur in den Gebieten freigegeben, in denen es bisher LTE von E-Plus gab.

April bis Juni 2016: E-Plus LTE wird abgeschaltet

Telefonica beginnt im April in ersten Regionen das E-Plus LTE Netz abzuschalten. Bis Ende Juni sollen die dafür genutzten Frequenzen im 1800 MHz Bereich vorzeitig abgegeben werden, da diese ab Anfang 2017 von Vodafone genutzt werden.

Mai 2016: In der Berliner U-Bahn wird E-Plus LTE auf O2 LTE umgestellt.

Telefonica schaltet in der Berliner U-Bahn das LTE-Netz von E-Plus nicht ab sondern stellt es auf O2 um.

September bis Oktober 2016: Plattformmigrationen

Von meinem Mobilfunkanbieter, bisher einem Anbieter auf der E-Plus Plattform, erhalte ich Mitte September eine E-Mail, dass mein Vertrag bis Ende Oktober auf „die neue Netzwelt“ umgestellt werde. Tatsächlich stelle ich bereits Anfang Oktober fest, dass ich beim mobilen Internetzugang keine IP-Adresse mehr von E-Plus sondern von Telefonica erhalte. Außerdem kann ich endlich die Mailbox abschalten.

In den gleichen Zeitraum fallen die Migrationen anderer Anbieter auf der bisherigen E-Plus Plattform. Die Migration ist bei meinem Anbieter aber deutlich „geräuschärmer“ abgelaufen als z.B. die Migration der Simyo-Kunden zu Blau.

Konsolidierung Ebersberg und Grafing ab 31.10.2016

In meinem Wohnort Ebersberg und im Nachbarort Grafing beginnt die Konsolidierung. Entgegen der angekündigten guten Woche dauert der Umbau bis zum 24.11.2016.

Ergebnis des Umbaus in Ebersberg ist LTE 1800, LTE 800, UMTS 2100 mit 4 Trägern und angeblich GSM 900. Letzteres ist leider bis Mitte Mai 2017 nicht für Indoor-Telefonie brauchbar (was auch die Abdeckungskarte anzeigt), was vermuten läßt, dass doch weiterhin GSM 1800 im Einsatz ist.

In Grafing wurde an einem Standort abseits des Zentrums LTE 800 in Betrieb genommen, der Standort im Zentrum an der S-Bahn-Haltestelle wurde zwar mit GSM 900 und UMTS 2100 mit 4 Trägern ausgestattet. Das vorbereitete LTE ist aber bis April 2017 nicht in Betrieb gegangen.

November 2016: GSM-/UMTS-Recoloring und LTE-Freigabe im Netzgebiet Süd

Telefonica schaltet den Netzcode der O2 GSM- und UMTS-Sender in weiten Teilen von Bayern und Baden Württemberg von 262-07 auf 262-03 um, gibt LTE in den bisher gesperrten Gebieten für E-Plus-Nutzer frei und pflegt Handover zwischen den Sendern ein. Kurze Zeit später werden viele der E-Plus Sender im betroffenen Gebiet abgeschaltet, um Wochen oder Monate später als konsolidierte Sender zurückzukehren.

To be continued…

Im nächsten Beitrag zu diesem Thema habe ich meine Wahrnehmung des Netzumbaus im Jahre 2017 dokumentiert.

Mobilfunknetzumbau bei Telefonica (O2/E-Plus)

Da an diversen Stellen immer mal wieder Fragen oder Missverständnisse auftauchen, was Telefonica derzeit mit den Mobilfunknetzen von O2 und E-Plus im Rahmen der Netzfusion macht, hier mal eine kurze Zusammenfassung.

Umstellungsmaßnahmen

Es gibt im wesentlichen zweierlei Umstellungsmaßnahmen:

  • Großflächige „Recolorings“, d.h Umstellungen des Netzcodes
  • Konsolidierungen von bestimmten Standorten

Netzgebiete

Die großflächigen Umstellungen beziehen sich auf folgende Netzgebiete:

  • Süd: Baden-Württemberg und Bayern (ohne Unterfranken)
  • Nord-Ost: Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen
  • West: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Unterfranken

Recoloring

Bei den Recolorings wird der Netzcode der O2-Sender (262-07) in einem Netzgebiet auf den Netzcode von E-Plus (262-03) umgeschaltet. Dieser Netzcode soll am Ende der Netzfusion übrig bleiben. Die Technik der Sender und deren Anbindung wird beim Recoloring ansonsten nicht verändert.

Das erste Recoloring fand im Herbst 2016 im Netzgebiet Süd statt. Alle GSM- und UMTS-Stationen, die bis dahin den O2-Netzcode verwendet haben, wurden auf den E-Plus-Netzcode (das ist der Netzcode, der am Ende des Netzfusion bestehen bleiben soll) umgeschaltet. Gleichzeitig mit diesem GSM- und UMTS-Recoloring wurde O2-LTE in den bisher für E-Plus-Karten gesperrten Bereichen freigegeben. Das LTE-Recoloring folgte dann im Februar 2017.

Im Netzgebiet Nord-Ost läuft das „Recoloring“ seit Q1/2017. Berichte z.B. im Telefon-Treff-Forum deuten darauf hin, dass a) langsamer Recolored wird als im Netzgebiet Süd, aber b) gleichzeitig auch LTE umgestellt wird und c) dort auch die LTE-Sperre mit dem Recoloring entfällt.

Das Netzgebiet West dürfte im Q2/2017 starten.

Ein Hinweis, wo gerade Arbeiten stattfinden, gibt der O2 Live Check. Dort ist direkt unter der Überschrift „Live Check für Ihren Standort“ ein Hinweistext der aktuell bearbeitete Gebiete nennt.

Konsolidierung

Die Konsolidierung ist der endgültige Umbau auf die einheitliche, neue Infrastruktur. Dabei werden nicht nur Netzcodes umgeschaltet sondern meist der komplette Sender für ein bis mehrere Wochen abgeschaltet, abgebaut und mit neuer Technik (und Anbindung) neu aufgebaut. Für den Aussenstehenden ist das aber nach dem Recoloring nicht mehr ohne weiteres erkennbar. Helfen kann hier eine App, die die technischen Daten des Mobilfunknetzes auslesen kann (ich bevorzuge „NetMonster“). Wenn diese plötzlich Änderungen des/der „area codes“ anzeigt, deutet das auf den Umbau hin.

Disclaimer

Ich bin kein Telefonica Mitarbeiter sondern nur technisch interessierter Nutzer.

BEREC-Konsultation zu Netzneutralitätsregeln

Im Herbst 2015 hat das EU-Parlament die europäische Netzneutralitätsverordnung verabschiedet, seit einigen Tagen ist nun der Entwurf der technischen Richtlinien zur Netzneutrlitätsverordnung von BEREC (dem Verband der Telekommunikationsregulierer der EU-Länder) veröffentlich worden. Bis zum 18. Juli 14:00 können interessierte an der Konsultation teilnehmen, Beiträge dazu sind per Mail an NN-Consultation@berec.europa.eu zu richten.

Meinen Konsultationsbeitrag habe ich eben abgeschickt:

Dear Ladies and Gentleman,

First of all I would like to thank you for your work on the guidelines
on implementation of net-neutrality rules according to regulation
2015/2120 and the chance to comment on the draft.

In 1997 I had my first contact with the internet via a local computer
and internet club, which helped citizens getting access to the internet
and trains them on how to use services and applications. During my time
as a university student, the internet was an important source for
lectures and research information. Now working as a software developer,
internet access without blocked or throttled services and applications
is still crucial for me.

Concerning "specialised services" and zero-rating contracts, I prefer a
strict approach, requiring technical rather than economical necessities
for QoS. Allowing ISPs to implement any kind of discrimination between
CAPs would negatively influence the development of new internet based
services or applications. In addition it would also negatively influence
the economical development of smaller ISPs, as their market power (i.e.
number of subscribers) is not sufficient to get the same payment for
"specialised services" from CAPs as the bigger ISPs. Hence the bigger
ISPs will be able to profit from a double sided market - as they already
try to do within the IP-interconnection/peering-sector - and maybe lower
the end user prices to a level which cannot be offered by smaller ISPs
which don't profit from a double sided market.

Here are my comments to some of your guideline paragraphs:

Regarding IP-interconnection/peering
------------------------------------

As you mentioned in par. 6, IP-interconnection/peering policies can be
abused to circumvent the net-neutrality regulation by facilitating
insufficient (i.e. recurringly congested) interconnection capacities for
normal IAS and only installing sufficient capacities towards certain CAPs.

Par. 15 should require ISPs to implement an IP-interconnection/peering
policy which provides sufficient capacities and prevents recurring
congestion.

Par. 56 should emphasize that ISPs should not only provide transparent
information about traffic management measures to NRAs but also to
end-users. These information should also include details on overbooking
factors of networks and IP-interconnection/peering capacities.

Par. 112 & 113 should mention that not only sufficient network capacity
is required to provide a "specialised service" but also sufficient
IP-interconnection/peering capacity.

Par. 158ff. should require the certified monitoring systems to also be
designed to monitor performance issues caused by insufficient
IP-interconnection/peering. This could help NRAs to detect
IP-interconnection/peering policies aimed at circumventing the regulation.

Par. 164 should also include monitoring of IP-interconnection/peering
capacities in the supervision duties of the NRAs.

Regarding zero-rating
---------------------

Par. 36 - 40 should also consider commercial practices influencing end
users' exercise of rights (instead of directly limiting them) like
zero-rating of specific applications to be an infringement of the
regulation. Such practices force end users to prefer a specific
application (and hence CAPs) which discriminates other CAPs providing
applications of the same category and might even discourage new CAPs
from entering the market as they could not compete with existing CAPs
due to existing zero-rated applications.

ISPs offering contracts with zero-rated applications (or classes of
applications) should be required to offer a comparable service without
zero-rating at a reasonable price (i.e. without prohibitive high pricing).

Par. 45 should be clarified: The second point is in contrast to allowing
certain types of zero-rating: Zero-rating always causes some
applications or classes of applications (those that are not zero-rated)
to have a higher effective data price as other(s). E.g. if there is a
mobile tariff plan at 10 EUR including 1 GB of data volume and
zero-rating a specific music streaming application, then the price of 1
MB of the specific music streaming application is 0 while any other data
is at 0,01 EUR per MB (and therefore at a higher price). So there is a
strong disincentive to use any other music streaming service than the
zero-rated one.

Regarding "specialised services"
--------------------------------

Par. 101 should not allow "specialised services" to circumvent
regulation on zero-rating. E.g. the combination of a regular IAS with
limited data volume and a "specialised service" for a certain IP-TV
service with unlimited data volume should not be allowed as it
influences the end user’s decision on which IP-TV service to use.

Par. 118 should ensure that the end user's IAS performance shall not be
impacted by currently unused "specialised services". Furthermore, it
should be added that ISPs offering "specilised services" have to provide
a way for end users to configure the priorisation on the dedicated last
mile (e.g. to allow an end user to reserve a minimum of 60% of the
access speed for the IAS).

Regarding terminal equipment
----------------------------

Par. 23 should define the NTP as passive component to prevent ISPs from
declaring their preferred routers as NTP and thereby forcing customers
to buy or rent certain models.

I hope you can take my comments into consideration for a further
refinement of the guidelines, as I consider strict net-neutrality rules
as crucial for the development of the internet.

Kind regards,

Daniel Weber

Visual Studio 2015 Update 1: TargetUniversalCRTVersion wird nicht aktualisiert

Nach der Installation vom Update 1 für Visual Studio 2015 profitiert man evtl. nicht von der einen oder anderen Korrektur in der Universal Runtime, weil die Versionsnummer des Windows SDKs in den Konfigurationsdateien der Build-Tools nicht von 10.0.10240.0 auf 10.0.10586.0 hochgesetzt wird und somit die falschen (d.h. veralteten) LIB-Dateien vom Linker herangezogen werden.

Um die Versionsnummer manuell zu korrigieren geht man (mit Adminrechten) folgendermaßen vor:

  • Eine Sicherung der Datei „%ProgramFiles(x86)%\MSBuild\Microsoft.Cpp\v4.0\V140\Microsoft.Cpp.Common.props“ anlegen.
  • Das Schreibschutzattribut der Datei entfernen.
  • Die Datei bearbeiten, nach dem Eintrag für „TargetUniversalCRTVersion“ suchen und den Wert von 10.0.10240.0 auf 10.0.10586.0 hochsetzen.

Visual Studio 2015: Funktion „stat“ inkompatibel mit Windows XP/2003

Ja, Windows XP und Windows Server 2003 werden von Microsoft nicht mehr unterstützt, aber als Anwendungsentwickler muss man alte Betriebssystemversionen leider manchmal noch etwas länger unterstützen, weil der eine oder andere Kunde „etwas“ länger zur Migration benötigt.

Erfreulicherweise liefert Microsoft mit Visual Studio 2015 weiterhin Build-Tools für Windows XP/2003 mit, allerdings hat sich in der Laufzeitbibliothek zum Windows SDK 10.0.10240.0 (mindestens) ein Fehler eingeschlichen, der den Windows XP/2003 Support etwas eischränkt:

Die Funktion „stat“ zur Ermittlung von Dateieigenschaften (Größe, Zeitstempel, Attribute, …) läuft unter Windows XP/2003 für Dateien grundsätzlich in einen Fehler und errno steht danach nichtssagend auf EINVAL. Erst ein Blick auf den Rückgabewert der Windows-API-Funktion „GetLastError“ liefert ERROR_CALL_NOT_IMPLEMENTED.

Ein Blick in den Quellcode der Universal Runtime erklärt das Problem: Die intern verwendete Hilfsfunktion „common_stat_handle_file_opened“ benutzt die Windows-API-Funktion „GetFileInformationByHandleEx“, die es erst ab Windows Vista/2008 gibt.

Mit dem Visual Studion 2015 Update 1 bzw. im Windows SDK 10.0.10586.0 hat Microsoft diesen Fehler korrigiert und benutzt die ältere Windows-API-Funktion „GetFileInformationByHandle“.

Warum das korrigierte Windows SDK evtl. trotz Installation des Update 1 nicht zum Einsatz kommt, erkläre ich in einem separaten Blog-Beitrag.