Archiv der Kategorie: Mobilfunk

LTE-Ausbau-Rennen: Lautes Gehen und leises Laufen

Bis zum 01.01.2020 müssen die drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber stattliche Ausbauziele bei der LTE-Abdeckung erreichen: Bundesweit müssen mindestens 98% der Bevölkerung erreicht werden und je Bundesland mindestens 97%. Durchgehend abgedeckt sein müssen die Autobahnen und Fernverkehrsbahnstrecken.

Passend dazu hat Vodafone eine Pressemitteilung veröffentlicht, wonach im Schnitt alle 6 Stunden ein weiterer LTE-Sender in Betrieb geht. Von den anderen Netzbetreibern sind mir solche Zahlen bisher nicht bekannt, allerdings sammeln Nutzer des Telefon-Treff-Forums wöchentlich eine Liste neu aktivierter Telefonica-LTE-Sender. In der vergangenen Woche enthielt die Liste 76 neue LTE-Sender, das macht im Schnitt alle 2 Stunden einen neuen Sender und damit eine deutlich höhere „Schlagzahl“ als Vodafone zu bieten hat.

Während Vodafone also laut über einen Spaziergang berichtet, konzentriert sich Telefonica leise auf den Marathon und reduziert den LTE-Rückstand jede Woche. Trotzdem bleibt noch eine gute Wegstrecke zurückzulegen, damit die vorgegebenen Ausbauziele erreicht werden können und auch Bewohner ländlicher Regionen in den genuß von schnellem mobilem Internet kommen.

Chronologie des Telefonica-Mobilfunknetzumbaus

Passend zum Beitrag Mobilfunknetzumbau bei Telefonica stelle ich hier eine kleine Chronologie des Telefonica-Mobilfunknetzumbaus aus den öffentlich bekannten Daten aber auch meinen Beobachtungen zusammen.

Januar bis Mai 2015: National Roaming zwischen E-Plus und O2 für UMTS

Telefonica startet im Januar mit dem National Roaming für UMTS in einigen Testregionen. Im März folgen weitere Gebiete. Die bundesweite Freischaltung erfolgt von Ende März bis Mai und soll 90 Prozent der Bevölkerung erreichen.

Oktober 2015: Konsolidierung in ersten Testregionen

Telefonica testet in Wriezen und Frankfurt/Oder Konsolidierungsmaßnahmen.

Februar bis Mai 2016: National Roaming zwischen E-Plus und O2 für GSM

Telefonica startet im Februar mit dem National Roaming für GSM in einigen Testregionen und gibt bekannt, dass das konsolidierte Netz die Netzkennung des bisherigen E-Plus Netzes (262-03) erhalten soll. Im Mai wird das gegenseitige Roaming vollendet.

März bis Juni 2016: O2 LTE wird teilweise für E-Plus freigeschaltet

Telefonica gibt das O2 LTE Netz, dass 75 Prozent der Bevölkerung erreiche, ist Testregionen für E-Plus Nutzer frei. Bis Juni folgenden weitere Regionen. Im Gegensatz zu GSM und UMTS ist eine Freigabe des E-Plus LTE Netzes nicht mehr geplant. Ebenso wird des O2 LTE Netz vorerst nur in den Gebieten freigegeben, in denen es bisher LTE von E-Plus gab.

April bis Juni 2016: E-Plus LTE wird abgeschaltet

Telefonica beginnt im April in ersten Regionen das E-Plus LTE Netz abzuschalten. Bis Ende Juni müssen die dafür genutzten Frequenzen im 1800 MHz Bereich abgegeben werden, da diese ab 2017 von Vodafone genutzt werden.

Mai 2016: In der Berliner U-Bahn wird E-Plus LTE auf O2 LTE umgestellt.

Telefonica schaltet in der Berliner U-Bahn das LTE-Netz von E-Plus nicht ab sondern stellt es auf O2 um.

September bis Oktober 2016: Plattformmigrationen

Von meinem Mobilfunkanbieter, bisher einem Anbieter auf der E-Plus Plattform, erhalte ich Mitte September eine E-Mail, dass mein Vertrag bis Ende Oktober auf „die neue Netzwelt“ umgestellt werde. Tatsächlich stelle ich bereits Anfang Oktober fest, dass ich beim mobilen Internetzugang keine IP-Adresse mehr von E-Plus sondern von Telefonica erhalte. Außerdem kann ich endlich die Mailbox abschalten.

In den gleichen Zeitraum fallen die Migrationen anderer Anbieter auf der bisherigen E-Plus Plattform. Die Migration ist bei meinem Anbieter aber deutlich „geräuschärmer“ abgelaufen als z.B. die Migration der Simyo-Kunden zu Blau.

Konsolidierung Ebersberg und Grafing ab 31.10.2016

In meinem Wohnort Ebersberg und im Nachbarort Grafing beginnt die Konsolidierung. Entgegen der angekündigten guten Woche dauert der Umbau bis zum 24.11.2016.

Ergebnis des Umbaus in Ebersberg ist LTE 1800, LTE 800, UMTS 2100 mit 4 Trägern und angeblich GSM 900. Letzteres ist leider bis Mitte Mai 2017 nicht für Indoor-Telefonie brauchbar (was auch die Abdeckungskarte anzeigt), obwohl der Frequenzbereich für Indoor-Nutzung besser geeignet wäre als das mit angeblich abgelöste GSM 1800.

In Grafing wurde an einem Standort abseits des Zentrums LTE 800 in Betrieb genommen, der Standort im Zentrum an der S-Bahn-Haltestelle wurde zwar mit GSM 900 und UMTS 2100 mit 4 Trägern ausgestattet. Das vorbereitete LTE ist aber bis April 2017 nicht in Betrieb gegangen.

November 2016: GSM-/UMTS-Recoloring und LTE-Freigabe im Netzgebiet Süd

Telefonica schaltet den Netzcode der O2 GSM- und UMTS-Sender in weiten Teilen von Bayern und Baden Württemberg von 262-07 auf 262-03 um, gibt LTE in den bisher gesperrten Gebieten für E-Plus-Nutzer frei und pflegt Handover zwischen den Sendern ein. Kurze Zeit später werden viele der E-Plus Sender im betroffenen Gebiet abgeschaltet, um Wochen oder Monate später als konsolidierte Sender zurückzukehren.

Ende 2016: Rückgabe von 5 Frequenzblöcken im 1800 MHz Bereich

Januar bis April 2017: Recoloring im Netzgebiet Nord-Ost

Telefonica beginnt mit der Umschaltung des Netzcodes in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Februar 2017: LTE-Recoloring im Netzgebiet Süd

Während die Netzcodes von GSM und UMTS bereits im November 2016 auf 262-03 vereinheitlicht wurden, läuft LTE bisher bundesweit mit dem Netzcode 262-07. Im Februar 2017 wird auch der LTE Netzcode im Netzgebiet Süd (Baden Württemberg und Bayern ohne Unterfranken) auf 262-03 umgeschaltet.

Das bisherige E-Plus AS 12638 bezieht seit dem 2. Februar Transit vom Telefonica Deutschland AS 6805.

März 2017: LTE 1800 in der U-Bahn München

Ende März nehmen alle drei Mobilfunknetzbetreiber in der Münchner U-Bahn ihre gemeinsam aufgebauten LTE 1800 Netze in Betrieb.

Ab April 2017: Recoloring im Netzgebiet West

Telefonica beginnt mit der Umschaltung des Netzcodes in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Unterfranken.

Mitte Mai 2017: GSM in Ebersberg wird wieder brauchbar

Bei einem routinemäßigen Test stelle ich plötzlich GSM-Vollausschlag fest, die LAC ist 53053 (d.h. ein konsolidierter Standort). Bei einer Erkundung stellt sich heraus, dass der bisherige Standort in Eberberg erweitert wurde um die GSM-Sektoren 12376, 32376 und 52376. Vermutlich hat man also beim ersten Konsolidierungsschritt im Oktober doch nur GSM 1800 umgebaut und nun endlich auch GSM 900 ergänzt. Aus meiner Sicht könnte man auch ganz auf GSM 1800 verzichten und die Frequenzen als Kapazitätserweiterung für LTE 1800 nutzen…

Juni 2017: Langsames Recoloring in den Netzgebieten West und Nord-Ost

Das Recoloring in den Netzgebieten West und Nord-Ost wird allem Anschein nach deutlich langsamer durchgeführt als das vergleichsweise schnelle Recoloring im Süden, wo innerhalb von 2 bis 3 Wochen alle Sender umgestellt waren.
Noch im Juni sind die Netzgebiete West und Nord-Ost nicht vollständig umgestellt. Im 1&1 Kundenforum wird am die LTE-Umstellung in Herborn am 26.6. gemeldet, im Telefon-Treff-Forum wird das Recoloring in Leipzig am 28.6. gemeldet.

Juli 2017: Recoloring im Netzgebiet Nord-Ost vollendet

Laut einem Teltarif-Beitrag ist das Recoloring im Netzgebiet Nord-Ost mittlerweile vollendet.

Das bisherige E-Plus AS 12638, das seit Oktober nicht mehr für die mobilen Internetzugänge genutzt wird, hat am 9. Juli die Verbindung zu seinen bisherigen Transit-Providern KPN (AS 286) und GTT (AS 3257) gekappt und bezieht nun nur noch über Telefonica Deutschland Transit.

August 2017: Recoloring insgesamt vollendet

Ein Teltarif-Beitrag vom 3.8. sowei ein Telefonica-Blog-Beitrag vom 10.8. berichten nun auch von der Vollendung des Recolorings im Netzgebiet West. Gleichzeitig soll auch das LTE-Netz nun vollständig für ehemalige E-Plus-SIM-Karten freigegeben worden sein.

September 2017: Wieder mehr Aus- und Umbauaktivitäten in Südostbayern spürbar

Nachdem Telefonica sich in den letzten Monaten auf das Recoloring in den anderen Netzgebieten konzentriert hat, werden nun wieder mehr Aus- und Umbauaktivitäten im Münchner Osten spürbar: In der Bognerhofstraße in Trudering, nur wenige hundert Meter vom Standort gegenüber des Bahnhofs geht ein LTE 800 Sender in Betrieb, um eine kleine LTE-Indoor-Lücke zu füllen. In der Ahornstraße in Kirchseeon, auf dem Telekom-Turm, wird zusätzlich zu LTE 800 auch LTE 1800 in Betrieb genommen. Außerdem werden dort zwei zusätzliche UMTS Träger aufgeschaltet, im Ausgleich wird das alte E-Plus-UMTS am gleichen Standort endgültig in den Ruhestand geschickt. Auch bei Wasserburg und in Rosenheim fallen mir an einigen Sendern zusätzliche UMTS Träger auf.

Oktober 2017: LTE, UMTS und GSM im Ebersberger Gewerbegebiet

In der KW 42 geht in Ebersberger Gewerbegebiet, Anzinger Str. 7, ein seit Monaten aufgebauter Sender endlich mit LTE 800, zwei Trägern UMTS 2100 und GSM 900 in Betrieb. Die Funklöcher im Ebersberger Forst vermag er nicht vollständig zu schließen aber sie werden für Nutzer der Telefonica-Netzes zumindest deutlich kleiner.

November 2017: LTE 800 und 1800 in Grafing, UMTS-Konsolidierung in Vaterstetten

Schon Anfang November folgt der nächste lang erwartete Ausbauschritt in meiner Region: Der ebenfalls seit langem montierte LTE-Sender auf dem ehemaligen Baywa-Lagerhaus in Grafing geht in Betrieb und bietet nun LTE 800 und LTE 1800 zusätzlich zu den vier Trägern UMTS 2100 und dem GSM 900, die im Rahmen der Konsolidierung im Herbst 2016 aufgeschaltet wurden.

Mit den Sendern bei Eisendorf und an der Kläranlage gab es zwar schon zwei LTE 800 Sender auf Grafinger Gebiet, die Versorgung der Stadt selbst wurde jedoch erst mit dem zentralen Sender auf ein brauchbares Niveau gebracht.

Ebenfalls im November wird das UMTS vom Vaterstettener Sender in der Bahnhofstraße von der bisherigen O2-LAC 51509 auf die konsolidierte Telefonica-LAC 55036 umgestellt.

Dezember 2017: mehr LTE in Zorneding, weitere UMTS-Konsolidierungen

Anfang Dezember wird dann auch schon LTE 800 am Zornedinger Sportplatz aktiviert. Der Ort hat zwar bereits einen Sender mit LTE 800 und LTE 1800 am Gewerbegebiet mit Abdeckung des Bahnhofs, der neue Sender dürfte aber die Versorgung des südlichen Ortsgebiets und der B304 verbessern.

Ebenfalls im Dezember werden die UMTS-Sender in Zorneding am Gewerbegebiet und in Baldham an der Wasserburger Landstraße auf die konsolidierte Telefonica-LAC 55036 umgestellt.

Januar 2018: weitere UMTS-Konsolidierungen

In der ersten Januarwoche sorgt die Winterpause noch für wenig Tätigkeit im Netz, in den Folgewochen liegt der Focus auf weiteren UMTS-Konsolidierungen:

  • Kirchseeon, in der Ahornstraße
  • Grassbrunn, an der A8
  • Haar. Von-Braunmühl-Straße
  • Gronsdorf, Wasserburger Landstraße
  • Gronsdorf, am Lüßl
  • Trudering, Bognerhofweg (erst im September in der alten O2-LAC gestartet)

To be continued…

Weitere Schritte des Netzumbaus werde ich hier ergänzen.

Mobilfunknetzumbau bei Telefonica (O2/E-Plus)

Da an diversen Stellen immer mal wieder Fragen oder Missverständnisse auftauchen, was Telefonica derzeit mit den Mobilfunknetzen von O2 und E-Plus im Rahmen der Netzfusion macht, hier mal eine kurze Zusammenfassung.

Umstellungsmaßnahmen

Es gibt im wesentlichen zweierlei Umstellungsmaßnahmen:

  • Großflächige „Recolorings“, d.h Umstellungen des Netzcodes
  • Konsolidierungen von bestimmten Standorten

Netzgebiete

Die großflächigen Umstellungen beziehen sich auf folgende Netzgebiete:

  • Süd: Baden-Württemberg und Bayern (ohne Unterfranken)
  • Nord-Ost: Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen
  • West: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Unterfranken

Recoloring

Bei den Recolorings wird der Netzcode der O2-Sender (262-07) in einem Netzgebiet auf den Netzcode von E-Plus (262-03) umgeschaltet. Dieser Netzcode soll am Ende der Netzfusion übrig bleiben. Die Technik der Sender und deren Anbindung wird beim Recoloring ansonsten nicht verändert.

Das erste Recoloring fand im Herbst 2016 im Netzgebiet Süd statt. Alle GSM- und UMTS-Stationen, die bis dahin den O2-Netzcode verwendet haben, wurden auf den E-Plus-Netzcode (das ist der Netzcode, der am Ende des Netzfusion bestehen bleiben soll) umgeschaltet. Gleichzeitig mit diesem GSM- und UMTS-Recoloring wurde O2-LTE in den bisher für E-Plus-Karten gesperrten Bereichen freigegeben. Das LTE-Recoloring folgte dann im Februar 2017.

Im Netzgebiet Nord-Ost läuft das „Recoloring“ seit Q1/2017. Berichte z.B. im Telefon-Treff-Forum deuten darauf hin, dass a) langsamer Recolored wird als im Netzgebit Süd, aber b) gleichzeitig auch LTE umgestellt wird und c) dort auch die LTE-Sperre mit dem Recoloring entfällt.

Das Netzgebiet West dürfte im Q2/2017 starten.

Ein Hinweis, wo gerade Arbeiten stattfinden, gibt der O2 Live Check. Dort ist direkt unter der Überschrift „Live Check für Ihren Standort“ ein Hinweistext der aktuell bearbeitete Gebiete nennt.

Konsolidierung

Die Konsolidierung ist der endgültige Umbau auf die einheitliche, neue Infrastruktur. Dabei werden nicht nur Netzcodes umgeschaltet sondern meist der komplette Sender für ein bis mehrere Wochen abgeschaltet, abgebaut und mit neuer Technik (und Anbindung) neu aufgebaut. Für den Aussenstehenden ist das aber nach dem Recoloring nicht mehr ohne weiteres erkennbar. Helfen kann hier eine App, die die technischen Daten des Mobilfunknetzes auslesen kann (ich bevorzuge „NetMonster“). Wenn diese plötzlich Änderungen des/der „area codes“ anzeigt, deutet das auf den Umbau hin.

Disclaimer

Ich bin kein Telefonica Mitarbeiter sondern nur technisch interessierter Nutzer.

E-Plus und HSDPA

Wenn es um mobiles Internet geht, dann werden E-Plus bzw. die über das E-Plus-Netz realisierten Angebote ja gerne belächelt, da E-Plus erst letztes Jahr mit dem EDGE-Rollout begonnen und HSDPA bisher auch nur in so wenigen Zellen angeboten hat, dass die meisten Leute davon ausgingen, es gäbe gar kein HSDPA bei E-Plus.

Überrascht war ich daher vor ca. drei Wochen, als in unserem Wohnort plötzlich HSDPA verfügbar war. Bisher stand hier nur EDGE zur Verfügung. Zuerst dachte ich, dass UMTS und HSDPA vielleicht versehentlich aktiviert wurden und nach wenigen Tagen wieder weg sein würden. Nachdem der erfreuliche Zustand nun aber schon drei Wochen anhält und auch in vielen anderen Zellen seitdem HSDPA verfügbar ist, wo bisher maximal UMTS geboten wurde, scheint sich doch dauerhaft etwas zu tun bei E-Plus.

Mobiles Internet – 1&1 Notebook Flat

Mobiles Internet nutze ich an sich seit über zehn Jahren. Damals noch per GSM-Einwahl zu vergleichsweise sündhaft teuren Preisen, zwischenzeitlich per HSCSD und seit etwa 3 Jahren per GPRS/EDGE/UMTS/HSDPA. Obwohl mein Mobilfunktarif bei simyo im E-Plus-Netz zur Nutzung per Smartphone vollkommen ausreichend ist und E-Plus zwischenzeitlich EDGE großräumig und HSDPA zumindest in den Zentren ausgerollt hat, wünsche ich mir für die Nutzung am Notebook doch eine performantere Lösung mit einer größeren UMTS/HSDPA-Abdeckung.

Die Tarife der beiden großen D-Netz-Anbieter konnten mich jedoch bisher nicht überzeugen. Zum einen finde ich die Tarife nicht sonderlich verständlich, da braucht man einen Vertrag, dann eine Option für Datennutzung und dann noch einen Datentarif? Zum anderen waren die Tarife, die ich meine verstanden zu haben, einfach zu Teuer. Ein paar Versuche mit einer O2-Freikarte waren von der Performance her in Ordnung, allerdings habe ich auch da das Tarifsystem nicht auf die schnelle Verstanden. Da blieb ich gerne bei der langsameren E-Netz-Alternative.

Seit Anfang  Juli gibt es nun die 1&1 Notebook Flat, die – da im Vodafone Netz – eine brauchbare Performance verspricht, Preislich in einem interessanten Bereich ist und auch ohne Mindestvertragslaufzeit (aber mit den 1&1-üblichen drei Monaten Kündigungsfrist) angeboten wird. Vergangenen Montag Abend bestellte ich also die Notebook Flat.

Diverse Bestätigungsmails kamen von Montag Abend bis Donnerstag verteilt und kündigten mir an, dass die SIM-Karte vom Briefzusteller nur an mich persönlich und nur nach bestandener Ausweiskontrolle ausgehändigt werden würde, da ich noch kein 1&1 DSL-Kunde sei. Liebes 1&1 Team, teilt das dem Besteller doch schon bei der Eingabe der Versandadresse mit, dann kann man nämlich ggf. die Arbeitsadresse angaben, wo man auch eine Chance hat, vom Postboten angetroffen zu werden.

Die SIM-Karte war dann am Freitag im heimischen Postkasten – ohne dass die angekündigte Ausweiskontrolle durch den Briefzusteller stattgefunden hätte. Vielleicht reicht es also, wenn man bei 1&1 bereits Kunde irgendeines Produktes ist und bisher keine Zahlungsausfälle hatte. Liebes 1&1 Team, passt doch dann den Hinweis auf die Ausweiskontrolle durch den Briefzusteller an, wenn es garnicht (nur) davon abhängt, ob man DSL-Kunde bei Euch ist.

Der erste Test von zu Hause aus – bei simyo nur EDGE-Land – verlief auch gleich zufriedenstellend. Die Latenzen sind vergleichbar mit einem 1 MBit/s ADSL-Anschluß, die Übertragungsraten liegen darüber. Interessant ist der bereits in diversen Foren geschilderte Performanceunterschied zwischen den APNs mail.partner.de (voreingestellt) und web.vodafone.de. Beide terminieren in unterschiedlichen Vodafone-IP-Adressbereichen, ersterer ist hier nur 1/3 so schnell, zeigt jedoch bei ausgehenden Traceroutes alle Hops richtig an, letzterer bietet schnellere Übertragungsraten, zeigt jedoch bei Tracerouts nach dem ersten Hop immer nur die Adresse des Traceroute-Ziels an… Weitere Versuche gibt es dann nächste Woche aus der Bahn auf dem Weg von und zur Arbeit.

Mobiles Internet in Kroatien

Auf Druck der EU gibt es seit 1. Juli 2010 eine „Kostenbremse“ für das Mobilfunk-Datenroaming, also die Nutzung von Datendiensten in ausländischen Mobilfunknetzen. Diese Regelung bringt dem Kunden allerdings nur dann etwas, wenn er seinen Auslandsaufenthalt in einem anderen EU-Land verbringt, zum anderen gibt es häufig durch den Kauf einer Prepaid-Karte eines regionalen Anbieters die Möglichkeit noch deutlich günstiger Telefonieren oder auch Surfen zu können.

Bei unserem diesjährigen Kroatienaufenthalt haben wir uns eine Prepaid-Karte der kroatischen T-Mobile besorgt. Das sogenannte „Simpa Internet“ Paket wird in Varianten mit und ohne Huawei-USB-Modem und verschiedenen Startguthaben verkauft. Wir haben ein Paket für 150 Kuna (das sind ca. 21 EUR) inkl. Huawei-USB-Modem und 50 Kuna Prepaid-Guthaben erworben. Ohne eingestellte Option kostet danach 1 MB mobiles Internet genau 1 Kuna (ca. 14 ct.) und das im Netz von T-Mobile HR. Da sollte sich T-Mobile DE mal eine Scheibe abschneiden.

Noch günstiger geht es dann mit Tagespaketen: Für jede Aufladung von mindestens 100 Kuna erhält man ein Tagespaket geschenkt (sofern man es innerhalb von 30 Tagen auf dem regulären Weg bucht). Der normale Preis des Tagespakets liegt bei 20 Kuna, dafür kann man genau 24 Stunden ab Aktivierung maximal 250 MB versurfen. Die Buchung erfolgt dabei per SMS-Dialog an die 3636. Man beginnt den Dialog mit einem „A“ und erhält als Antwort eine SMS mit den möglichen Optionen. Zwar ist diese SMS in kroatisch formuliert, jedoch findet man sich anhand der gängigen Abkürzungen „1h“ und „24h“ gut zurecht. Mit einer zweiten SMS mit dem Inhalt „2“ bucht man nun die 24h-Option und muss nun noch nach einer letzten „Wollen Sie wirklich?“-Frage mit „DA“ bestätigen. Der Preis des Tagespakets ist mit umgerechnet ca. 2,80 EUR etwas unter dem Durchschnitt der mobilen Tagespakete in Deutschland angesiedelt.

Achtung: Die Konditionen und Optionen können sich natürlich ändern, am besten informiert man sich unter www.t-mobile.hr vor dem Urlaub über die aktuellen Angebote sowie die Prozedur zur Buchung von Optionen.